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Der 150/750 Skywatcher Newton

Technische Daten

Brennweite : 750 mm
Hauptspiegel : 150 mm, parabolisch
Fangspiegel : 47 mm
Obstruktion : ca. 32%
Tubusgewicht : ca. 5 kg, Tubus, Schellen
Gesamtgewicht (mit Stativ, Montierung und Gegengewichten) : 21 kg
Hersteller : Synta (chinesischer Hersteller u.a. für Skywatcher und einige Celestron Modelle)
Montierung: Hier paralaktische EQ3/2 Montierung von Synta auf Aluminium- Stativ.
Preis / Stand Jan.2006: 288 € (neues Angebot gesehen bei Teleskop- Service) mit Montierung EQ3 oder ähnlicher, 2 Okularen und 6x30 Sucher.

Meine Eindrücke vom Skywatcher 150/750 auf der EQ3

Bei meiner Suche nach einem geeigneten Teleskop mußte ich einen Kompromiss zwischen größtmöglicher Öffnung bei guter Transportabiltät finden.
Da ich als Jugendlicher schon mit einem 60/900 Refraktor beobachtet hatte, wußte ich, daß ich mehr Öffnung haben möchte. Als Wiedereinsteiger wollte ich aber auch erstmal nicht "zuviel" ausgeben, schließlich wusste ich noch nicht, wie stark mich das Hobby weiterhin begeistern wird. Einigermaßen transportabel musste er auch sein, da ich in der Stadt wohne.
Der 150/750er Newton auf EQ3 Montierung kam meinen Vorstellungen am nächsten.
Bequem lassen sich Tubus und Montierung in 2 größeren Sporttaschen gut unterbringen, das Stativ und einen Koffer für Okulare trage ich separat. Alles passt gut in jeden Kleinwagen. Innerhalb von ca. 30 min. ist das Teleskop aufgebaut, justiert und ausgerichtet.

Beim Kauf des Teleskopes waren ein 10mm Kellner und ein 25mm Kellner Okular dabei. Damit kann man schon mal durchschauen und auch schon anfangen zu beobachten, weit kommt man damit aber nicht. Zwei zusätzliche Okulare sollte man sich noch dazu besorgen. Dazu ist das Teleskop mit einem brauchbaren 6x30 Sucher ausgestattet, der für viele absolut ausreichend ist. Der mitgelieferte Sucher ist mittels eines am Tubus angebrachten "Sucherschuhs" schnell und ohne Verstellung in der Ausrichtung an- und abnehmbar.

Die Beobachtungsqualität im Bereich Deep- Sky hat gezeigt, daß sich die Investition gegenüber einem 114er Newton oder gar dem Lidl- Scope absolut gelohnt hat. M13 wird schon fast bis in die Mitte aufgelöst, und mit einem UHC Filter bleibt der Cirrus Nebel nicht verborgen. An Planeten erzielte ich bei gutem Seeing auch überaus respektable Ergebnisse, und das sogar bei einem f5 Newton. Die Fotos in den Galerien mit dem Skywatcher sprechen glaube ich für sich.
Der Sterntest zeigte Intra- und Extrafokal ungleiche Beugungsbilder, was ich aber schlecht interpretieren kann. Das störte aber beim Beobachten nicht auffällig.

Der Skywatcher...
Ohne Tauschutzkappe

Teleskop o Taukappe
Mit aufgesetzter Tauschutzkappe
vollausgerüstet

Mein Teleskop
Die Montierung EQ3/2

Die Montierung


Die Verarbeitung des Skywatcher ist meines Erachtens der Preisklasse angemessen, hier darf nicht das High-End Teleskop erwartet werden. Der 1,25" OAZ ist für das Preissegment stabil genug, und auch die HS Zelle ist aus Metall. Allerdings sind die Justageschrauben Kreuzschrauben und die Konterschrauben Innensechskantschrauben. Der Hauptspiegel kann nur mit 2 Werkzeugen justiert werden, und die Justage ist etwas hakelig. Die Hauptspiegelzelle ist aber gut justierstabil.

Die Fangspiegel-Spinne ist nur 0,5-1mm dick und aus Metall. Die Fangspiegelhalterung ist auch aus Metall. Der Fangspiegel hat knapp 50mm Durchmesser in der kuzen Achse (ca. 33% Obstruktion). Er ist auf der Halterung mit Offset aufgeklebt, was an sich gut ist. Wer sich aber mit der Justage nicht beschäftigt hat, den kann das irritieren. Der Tubus ist gefalzt und biegt sich leider minimal durch, dadurch ist der Skywatcher am Fangspiegel recht justieranfällig. Die Tubusinnenschwärzung ist wie bei vielen Teleskopen gerade ausreichend, aber nicht optimal reflektionsfrei.

Die 2 mitgelieferten Kontergewichte reichen in der Grundausstattung aus. Hat man aber schwereres Zubehör, muss man die Gewichte ziemlich am Ende der Achsstange anbringen oder ein zusätzliches Gewicht kaufen.
Allerdings würde ich zu einer schwereren Montierung als der EQ3 raten, da diese doch recht knapp für den 150/750er dimensioniert ist und in der Kombination leicht windanfällig ist. Das besonders dann, wenn man zusätzlich eine Tauschutzkappe aufgesetzt hat. Für viele Nächte reichte es aber. Das manuelle Fokussieren ist da schon problematischer, aber noch zu bewerkstelligen. Auch das Nachführen der Objekte gestaltet sich manuell äußerst wackelig und ohne Motorisierung macht das schnell gar keinen Spass. Das mitgelieferte Alustativ trägt ebenso nicht sonderlich zur Stabilität bei. Für schon 100€ mehr bekommt man den Skywatcher mit einer stabileren (und motorisch besser nachrüstbaren) Astro5 Montierung auf einem Stahlrohrstativ.

In seiner ursprünglichen Gestalt ist der Skywatcher auf EQ3 schon beobachtungstauglich. Aber bei mir enstand schon sehr schnell der Wunsch nach Verbesserungen. Die Montierung war hierbei das schwächste Glied.

Für angenehm wackelfreies Beobachten musste ich die EQ3 motorisch nachrüsten. Dabei muss man bedenken, daß sie eigentlich nur mit der einfachen Steuerung und den Motoren von Synta für 150-180€ ausrüstbar ist. Eine andere Steuerung mit Schnittstelle nachrüsten oder diese Steuerung für eine andere Montierung nehmen geht fast nicht! Hier sollte man wenn schon den Aufpreis von 30€ für die 2-Achsensteuerung nicht scheuen. Von der Einachsensteuerung auf die 2-Achsensteuerung nachrüsten geht nämlich auch nicht! Ich hatte zuerst nur die Einachsen Steuerung genommen und dies später bitter bereut. Mond und Planeten kann man so aber auf jeden Fall fotografieren. Wer die Option auf eine Anbindung an einen Computer offen haben will, dem ist die EQ3 weniger zu empfehlen.

Für entsprechende Ansprüche sollte man das Scope in jedem Fall "tunen". Z.B. habe ich auch den Okularauszug motorisiert, damit man vibrationsfrei fokussieren kann. Oder ich habe den Tubus mit einer sogenannten "Tubusbremse" für optimales Einblickverhalten und Verringerung der Justieranfälligkeit versehen sowie innen schwarze Velourfolie angebracht. Die Justier- und Konterschrauben an der Hauptspiegelzelle habe ich auch getauscht. Einige Tips dazu sind schon auf Seeing1 näher vorgestellt.

Insgesamt wurde es so ein Teleskop, mit dem ich richtig Freude hatte und viele Erfahrungen mit viel Beobachtungsspass sammeln konnte. Meine Erwartungen in diesem Hobby hat das Teleskop in jedem Fall voll erfüllt. Hätten meine astronomischen Ambitionen nicht zugenommen, so wäre der Skywatcher keine zu große Investition und lange ausreichend gewesen. Ich habe mit ihm viel lernen können und auch erfahren, was ich bereit bin, nach einem Arbeitstag noch durch die Gegend zu schleppen.

Der Skywatcher 150/750 im nächtlichen Einsatz



Da sich bei mir der Wunsch nach intensiverer Astrofotgrafie regte, legte ich mir eine größere Montierung und eine Steuerung mit serieller Schnittstelle für ein Notebook zu. Näheres dazu auf der Astrofotografieseite. Hier zeige ich die "Grundausstattung", mit der auch meine ersten Astrofotos entstanden sind. Mit dieser Ausstattung sind auch Mond und Planetenaufnahmen mit der ToUCam möglich. Außerdem hat mich das Hobby so gepackt, daß ich auch ein größeres Teleskop wollte. Durch die Erfahrungen mit dem Skywatcher wußte ich, was ich etwa maximal bereit bin zu transportieren und es wurde ein GSO 200/1000 Newton.

Der Skywatcher kam nach Anschaffung des GSO nur noch selten zum Einsatz. Ich habe ihn dann Ende 2011 mit den Optmierungen als Komplettangebot verkauft. Ein Hobbyastronom hat ihn für einen 13-jährigen Astrofan ausgesucht und ich bin froh, daß das schöne Instrument so dem Astronachwuchs noch Freude bereiten kann.


tinc
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